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DAUN, 09.11.2021 - 13:33 Uhr
Auto & Technik

TV-Großereignis: So kommt das Kino ins Wohnzimmer

(dpa/tmn) - Die Nachfrage nach großen Fernsehern ist ungebrochen. Denn etwas Kino-Feeling zu Hause ist nicht nur in Pandemiezeiten attraktiv. Und nun steht auch noch Weihnachten vor der Tür: Zum Fest frischen traditionell viele Haushalte ihr TV-Equipment auf.

„Einen Trend hin zu größeren Fernsehern beobachten wir schon seit einigen Jahren. Die Corona-Pandemie aber hat diesen Trend noch einmal verstärkt“, sagt Roland Stehle vom Branchenverband gfu. Demnach ist der Absatz von Fernsehern 2020 um insgesamt 20 Prozent gestiegen. 6,6 Millionen Geräte wurden verkauft. Im Bereich der Großfernseher ab 55 Zoll Bildschirmdiagonale (knapp 140 Zentimeter) verzeichnete die gfu sogar einen Zuwachs von 32 Prozent gegenüber 2019.

Wer daheim versuchen möchte, Kinovergnügen zu reproduzieren, darf nach Ansicht von Roland Seibt vom Fachmagazin „Video“ auf keinen Fall an der Größe des Fernsehers sparen. „Mit Rücksicht auf den Sehabstand und das Ausgangsmaterial sollte man den Fernseher tatsächlich so groß wie möglich auswählen“, sagt er. Egal ob im Stream oder von einer Blu-ray: Filme in Ultra-HD, kurz UHD oder auch 4K, verfügen über eine so hohe Auflösung, dass Zuschauer deutlich näher vor dem TV sitzen können als bei Full-HD-Auflösung - vorausgesetzt natürlich, dass auch der Fernseher mit 4K auflöst.

Nicht mehr unter 4k

„Ein 4K- sprich UHD-Panel ist inzwischen Standard und darunter sollte man auch nicht gehen“, rät Herbert Bisges vom Fachportal „Hifi.de“. Damit sei der Fernseher in der Lage, 3840 Bildpunkte (Pixel) in der Breite darzustellen. Große Full-HD-Fernseher seien keine Investition in die Zukunft mehr. Auch die Hochkontrasttechnik HDR ist inzwischen Standard. Allerdings hat man hier keine Gewähr, in welcher Qualität ein Fernseher HDR tatsächlich wiedergibt.

„Während die Anzahl der Pixel klar definiert ist, kann die Bandbreite der HDR-Qualität zwischen mies bis zu extrem genial liegen, weil es hier keine klaren Vorgaben gibt“, erklärt Roland Seibt. Das Wort HDR auf dem Fernseher stehe lediglich dafür, dass das TV-Gerät die Signale entsprechend verarbeiten kann. Deutlich werden die Unterschiede dann bei der Darstellung von Farben, der Helligkeit und Schwarztönen. „Die Maximalhelligkeit etwa kann je nach Gerät zwischen

300 und 5000 cd/m2 liegen. Schwarztöne sind bei schlechteren Geräten nicht deckend und die Farbkontraste schwächer“, so Seibt weiter.

OLED ist Trumpf

Eindeutiger lässt sich hingegen die Frage nach der passenden Display-Technologie beantworten. „Das beste Bild liefern heute OLED-Geräte, das sind die schärfsten Bilder mit den besten Kontrastwerten und den besten Schwarzwerten“, sagt Herbert Bisges. Fernseher mit LCD-Panel würden zwar in der Spitze noch etwas höhere Helligkeitswerte erreichen, unterm Strich jedoch reiche das Bild nicht an die Qualität der OLED-Geräte heran.

„Ebenfalls eine gute Qualität liefern die QLED-Fernseher“, sagt Bisges. „Hierbei handelt es sich um eine Weiterentwicklung der LCD-Technologie mit einer optimierten Lichtquelle, die für bessere Farben sorgt.“

Wer gerne Blockbuster zu Hause schaut, wird auch Wert auf einen guten Sound legen. „Da die Fernseher immer flacher werden, ist es immer schwieriger, einen ordentlichen Bass zu integrieren oder die Boxen präzise direkt nach vorn strahlen zu lassen“, erklärt Roland Seibt. Zwar würden hochwertige TV-Geräte allein durch digitale Signalverarbeitung schon Erstaunliches leisten, letztlich aber komme echtes Kinofeeling erst mit dem richtigen Sound auf.

Mittelklasse-Soundbar als goldener Griff

„Soundbars der Mittelklasse klingen schon deutlich besser als die TV-Wandler. Ein zusätzlicher Funk-Subwoofer bietet dann einen guten Kompromiss aus Kinofaszination und Wohnzimmerkompatibilität“, rät Seibt. Kinofeeling in Vollendung gebe es aber erst mit einem kompletten Surroundsystem.

Um vielleicht für später einmal alle Erweiterungsmöglichkeiten zu haben, sollte man beim TV-Neukauf auf die Anschlüsse achten. „Kürzlich erst gab es eine Aufwertung der HDMI-Schnittstelle auf die Variante 2.1. Die bietet mehr Bandbreite und ist vor allem für Gaming-Anwendungen und 8k-Inhalte wichtig“, erklärt Herbert Bisges.

Auch wenn HDMI 2.1 noch nicht zum Standard gehöre, sei sie eine gute Investition in die Zukunft. Generell sollte ein neuer Fernseher aber über mindestens vier HDMI-Ausgänge verfügen, um Reserven zu haben.

Wer ein echtes Kinoerlebnis sucht, sollte bei seinem neuen Fernseher übrigens nicht die Standardeinstellung fürs Bild übernehmen. „Viele Fernseher verfügen inzwischen über einen Filmmaker-Modus, bei dem das Bild an die Kinovorgaben angepasst wird“, sagt Seibt. „Das macht sich mitunter deutlich an den Farben bemerkbar.“

Info-Kasten: 4K-Sehabstand und OLED-Wartung

Geht es um den richtigen Sehabstand, gilt bei einem UHD-Fernseher die doppelte Bildhöhe als Richtwert. „Damit ist aber nicht die Diagonale gemeint“, erklärt Roland Seibt vom „Video“-Fachmagazin. Ein 65-Zoll-Fernseher beispielsweise ist 80 Zentimeter hoch. Also sollte der Abstand bei rund 1,60 Metern liegen.

Wer sich für einen OLED-Fernseher entscheidet, sollte darauf achten, das Gerät möglichst nie komplett vom Strom zu trennen. Ausnahmen sind Gewitter oder längere Abwesenheiten wie Urlaub. Denn: „OLED-TVs besitzen die Fähigkeit, sich selber zu warten, um die Lebensdauer ihrer organischen Leuchtdioden beziehungsweise der Displays zu erhalten“, erklärt Herbert Bisges vom Fachportal „Hifi.de“.

„Daher ist es wichtig, den Fernseher nach dem Ausschalten im Stand-by-Modus zu belassen“, so Bisges weiter. Damit würden auch sogenannte Burn-in-Effekte verhindert, also dauerhafte Bildfehler, etwa durch Programminhalte oder durch Senderlogos, die immer an der gleichen Stelle erscheinen.

Von Claudius Lüder, dpa


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