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DAUN, 15.08.2019 - 15:56 Uhr
Touristik

Radwandern für Einsteiger: So läuft es auf der Tour rund

(dpa/tmn) - Durchschnittlich 70 Kilometer am Tag legen Radurlauber auf Streckenfahrten zurück. Bei Sterntouren mit fixem Standort sind es immerhin noch täglich 40 bis 60 Kilometer. Diese Distanzen lassen sich nur mit guter Planung schaffen. Zumal man eher Spaß an der Tour hat, wenn das Drumherum wie Hotel und Transfers passt. Die Planungstipps für den ersten Radurlaub:

- Rad-Tickets in der Bahn reservieren

Für die An- und Abreise zum Urlaubsort, aber auch für einzelne Transfers bietet sich die Fahrrad-Mitnahme in der Bahn an. In Intercity- und Eurocity-Zügen sowie im ICE gibt es aber nur begrenzt Stellplätze. Außerdem wird die Mitnahme im ICE nur für ausgewählte Verbindungen angeboten. Louise Böhler vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) rät daher, direkt eine Fahrkarte zu buchen, die eine Reservierung für einen Stellplatz enthält. Vor allem in den Ferien und an Feiertagen seien die Kapazitäten rasch ausgebucht.

- Radler-Hotels finden

Natürlich lässt sich ein Fahrrad überall parken. Wer aber gesicherte Stellflächen sucht, braucht Hotels mit Angeboten speziell für Radler. Recherchieren lassen sie sich zum Beispiel über die ADFC-Plattform www.bettundbike.de mit rund 5800 radfahrerfreundlichen Gastbetrieben in Deutschland und Österreich - vom Hotel bis zum Campingplatz. Aber auch viele Hotelportale bieten Unterkünfte mit Extras für Radler.

Zu den Qualitätsanforderungen des ADFC gehört, dass es für Radfahrer keine Mindestzahl an Übernachtungen gibt - viele wollen auf der Tour ja nur für eine Nacht am selben Ort bleiben. Zudem müssen die Unterkünfte Werkzeug, einen abschließbaren Raum für Fahrräder sowie Mo?glichkeiten zum Trocknen von Kleidung und Ausrüstung haben.

- Leih-Räder am Urlaubsort

Eine Option sind Leihräder am Urlaubsort, die gerade in Großstädten weit verbreitet sind. Aber auch in ländlichen Gegenden bieten viele Hotels inzwischen Mieträder an. Allerdings handelt es sich häufig um Alltags- oder Stadt-Räder. Für sportlichere Varianten lohnt es sich zum Beispiel, in lokalen Sportgeschäften nachzufragen. Auch Ski-Verleiher setzen im Sommer häufig darauf.

Wer E-Bikes sucht, findet online Vermittlungsportale wie Travelbike.com. Allerdings berichtet ADFC-Expertin Böhler, dass derartige Angebote noch nicht überall in gleichbleibender Qualität verfügbar sind.

- Einstieg auf Flussradwegen

Es soll die erste Tour werden, und Sie fahren bislang nicht viel Rad? Ungeübten und Familien mit Kindern rät Böhler zu flachen Strecken, die sich zum Beispiel bei Flussradwegen finden. Möglich sind auch kombinierte Trips mit Rad und Übernachtung auf dem Schiff, laut Böhler gerade bei Älteren beliebt. Und wer in einer trainierten Gruppe mithalten will, sollte sich überlegen, für die Tour ein E-Bike zu nutzen.

Das E-Bike gibt vielen Reisenden, die nicht auf Strapazen im Urlaub aus sind, neue Möglichkeiten. Mit motorisierter Unterstützung seien Steigungen von 150 Höhenmetern keine Schwierigkeit, erläutert Thomas Eberl von der Mecklenburger Radtour. Das Unternehmen erweitert deshalb sein Angebot: “Wir entdecken gerade den Harz neu.“ Die neuen Strecken sind nicht unbedingt länger, sondern führen höher hinauf. Im hügeligen Gelände rechts und links des Weser-Radweges sieht der Fahrradprofi ebenfalls Potenzial für weitere individuelle Touren.

Ähnlich sieht das Wolfgang Sareiter von Feuer und Eis Touristik, einem Anbieter von Aktivreisen im Alpenraum. Die Nutzung von E-Rädern steigere das Interesse an diesem Ziel, wobei bereits aktuell 50 Prozent seiner Kunden mit Motor unterwegs seien.

- Organisation sparen mit geführten Touren

Die meisten Radler sind individuell unterwegs und planen die Reise selbst. Wem das zu mühsam ist, findet viele organisierte Radtouren für Gruppen. Bei den geführten Touren, die zu einem festgelegten Termin stattfinden, ist die Fahrradmiete in der Regel im Preis inkludiert und die Räder werden vom Veranstalter oder über regionale Partner gestellt. Vor allem Alleinreisende schätzten das gemeinsame Erlebnis in der Gruppe, berichtet Eva Machill-Linnenberg von Wikinger Reisen.

Wer lieber ungestört mit Freunden oder Partner unterwegs sein möchte, kann die ausgearbeiteten Routen individuell buchen. Der Vorteil: Reiseverlauf und Etappenbeschreibungen mit GPS-Daten werden vom Veranstalter ausgearbeitet. Zeitpunkt, Anreisetag und Verweildauer sind flexibel buchbar. Unterkünfte, Gepäcktransport, Ansprechpartner vor Ort sowie eine Notfallrufnummer gehören zum Pauschalpaket. Für Leihräder fallen zusätzliche Kosten an.

- Aktuelles Trendziel 2019

Rund 70 Prozent der Rad-Urlauber bleiben laut ADFC-Analyse in Deutschland. Hier gibt es schließlich eine große Auswahl: Das Radwegenetz in Deutschland umfasst allein 250 Fernradwege. Dazu zählt der Weser-Radweg, der bis zur Nordsee führt. Er habe den Fernradwegen an Elbe und Donau den Rang abgelaufen, so die Radreiseanalyse 2019. Die Region selbst liege hinter Bayern und dem Münsterland auf Rang drei der beliebtesten Rad-Regionen Deutschlands.

Info-Kasten: Rad vorbereiten

Einfach auf den Sattel schwingen und los? Das ist nichts für eine echte Radreise. Thomas Eberl vom Veranstalter Mecklenburger Radtour rät, Nabe und Kette vor der Tour zu überprüfen und die Kette gegebenenfalls nachziehen zu lassen. Sitzhöhe und der Reifendruck müssen stimmen. Sein Tipp: Gepäcktaschen immer hinten befestigen und auf Handy oder Navis verzichten. Die Displays lassen sich bei Sonneneinstrahlung häufig nicht gut lesen. Besser seien daher eine Lenkertasche mit Karteneinsatz.

Info-Kasten: Radreisen im Aufwind

Reisen und radeln - diese Kombination ist zunehmend beliebt: Die Zahl der Radurlauber in Deutschland ist deutlich gestiegen. 2018 erreichte sie laut der ADFC-Radreiseanalyse 5,5 Millionen - ein Plus von 27 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damals war sie vor allem wegen des schlechten Wetters erstmals gesunken. Der Trend zum Elektrofahrrad hat sich fortgesetzt: Rund ein Viertel der Urlauber war 2018 mit einem E-Bike unterwegs, im Jahr davor waren es lediglich 18 Prozent.


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