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DAUN, 18.06.2021 - 09:30 Uhr
Wirtschaft

Hohe Rechnung nach falschen Paketdienst-SMS

Wer trägt die Kosten, wenn schädliche Apps tausende SMS verschicken?

Kurz nach Ostern haben viele Menschen SMS angeblicher Paketdienste bekommen. Wer auf den enthaltenen Link getippt hat, konnte sich schädliche Apps einfangen, die unbemerkt und massenhaft SMS verschickt haben. Bei Tarifen ohne SMS-Flatrate konnten da leicht mehrere hundert Euro zusammenkommen. Jetzt streiten sich Mobilfunkanbieter und Verbraucher:innen über die Kosten für diese SMS. Die Verbraucherzentrale NRW erklärt, worauf Betroffene jetzt achten müssen.  

  • Hartnäckig bleiben: Sollte der Mobilfunkanbieter auf Zahlung der Kosten bestehen, die durch den automatisierten Versand von Massen-SMS verursacht wurden, sollten Verbraucher:innen eine Kopie der Strafanzeige übersenden und darlegen, dass der Versand der SMS durch die Schadsoftware verursacht wurde. Außerdem ist es ratsam, gezielt nachzufragen, welche Schutzmechanismen der Mobilfunkanbieter einsetzt, um untypisches Nutzungsverhalten – wie den Massenversand von SMS in einem kurzen Zeitraum – zu stoppen, bevor Kosten entstehen.
  • Nichts voreilig unterschreiben: Der Mobilfunkanbieter Mobilcom-Debitel und Tochtergesellschaften wie Klarmobil bieten ihren Kund:innen derzeit an, die Kosten für den SMS-Versand auf 100 Euro zu deckeln. Als Voraussetzung dafür sollten die Kund:innen allerdings eine Verpflichtungserklärung unterschreiben. Darin übertragen die Anbieter das Kostenrisiko künftiger Schadprogramme aus Sicht der Verbraucherzentrale NRW vollkommen auf die Nutzer:innen. Das heißt konkret: Der Mobilfunkanbieter trägt jetzt einmalig einen Teil der Kosten, aber künftig zahlen Verbraucher:innen die Rechnung in voller Höhe. Damit würden Verbraucher:innen über die Grenzen des Gesetzes hinaus zur Vergütung von Entgelten und Schäden belastet. Betroffene sollten zweifelhafte Klauseln streichen und versuchen, trotzdem ein Entgegenkommen des Anbieters zu erreichen. Dabei unterstützt auch die Rechtsberatung der Verbraucherzentrale NRW.
  • Hausratversicherung prüfen: Die Kosten für den unfreiwilligen Versand der SMS, könnte auch eine Hausratversicherung übernehmen. Einige solcher Verträge enthalten Schutz vor Schäden durch Phishing, wenn zum Beispiel missbräuchlich Einkäufe im Internet getätigt wurden.

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August 2021 / No 87

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